ich, irgendwo in sbg am see, zwischen generationen. links zwei junge fußballerinnen, die sich eine pizza teilten, die mehr aus rucola als sonstwas bestand. sie aßen, lachten, hatten einen voi guten freundinnennachmittag. “jetzt müss ma schwimmen, damitmas abtrainieren”, sagte eine dann, als wär das die normalste sache überhaupt.
rechts lud eine ältere dame eine andere auf einen eiskaffee ein. “mah, wie guts ma heid geht”, seufzte die. “da muss i dann den rest des tages brav sein, damit i des wieder gutmach.” als hätt sie grad a verbrechen begangen.
& gestern beim familientreffen auf der kegelbahn die oma, die vor freude strahlte, bis ihr einfiel: “naja, wir müssen uns ja die semmelknödel wieder runtertrainieren.” um ja das freudenkonto ned zu überziehn.
es ist shit wie dieser, der mir die tränen in die augen treibt: die art, wie schlecht frauen genuss annehmen können.
“hab heut viel gegessen — jetzt muss i diszipliniert sein.”
“hab gelacht, war unbefangen — jetzt muss i mi zusammenreißen.”
“hab pause gemacht — jetzt muss i des durch mühe wieder ausgleichn.”
zu viel sein ist gefährlich.
zu viel freude ist unanständig.
zu viel lebendigkeit braucht ausgleich.
die buchhaltung des frauenlebens.
warum wird fun zur schuld, die in buße umgewandelt werden muss?
wir waxn auf mit der idee, dass unser körper ständig gutgemacht werden muss. wenn wir amoi oafoch nur da sind, folgt die strafe: ein tag ohne zucker. ein training extra. ein verzicht, um die schuld zu tilgen.
können wir bitte aufhören, uns zu bestrafen?
damit genuss einfach genuss bleibt? damit pizza essen keine rebellion ist, sondern normal? damit schwimmen kein training ist, sondern oafoch schee?
was, wenn wir aufhören, jeden moment des ausgleichs zu rechtfertigen?
was, wenn wir dürfen, ohne dass es eine strafe gibt? wenn gönnung keine sünde wär?
ich will nicht fragen, wie viel ich noch abarbeiten soll, bevor ich mir etwas „erlaub“. ich möcht normalisieren, mir oafoch zu nehmen. oafoch zu sein. und dann vielleicht noch schwimmen. oafoch so.

