Ich hab lang gezögert, diese Geschichte zu erzählen. Weil sie weh tut. Weil sie privat ist. Weil viele von uns solche Geschichten in sich tragen und ich keine schlafenden Hunde wecken will. Wir schleppen unsere Packln still, verborgen, voll Scham und Angst mit uns. Doch gerade jetzt, wo so viel über Gewalt und Macht gesprochen wird, spür ich: Es ist an der Zeit, meinen Raum ganz zu öffnen. Zu sagen: „Ich seh dich.“ „Ich war da auch.“ Und vor allem: „Du bist nicht allein.“
lose yourself in the music, the moment
you own it, you better never let it go
— Eminem
Tanzen war für mich immer mehr als Bewegung. Es war mein Ausdruck, mein Feuer, mein kreatives Ventil. Ich liebte die Bühne seit dem ersten Moment. Stand sichtbar da, mit voller Kraft – – und das wurde zur Herausforderung in meiner Beziehung. Mein damaliger Partner konnte nicht damit umgehen, dass ich gesehen werde. Er machte mich verantwortlich für seine Unsicherheiten, warf mir Affären vor, denunzierte mich, wurde handgreiflich. Das hat Narben hinterlassen, die mich bis heute begleiten. Noch viel zu häufig erinnere ich mich dran, wie schnell mein Strahlen oft verblasste, wenn das Scheinwerferlicht ausging.
all I want to do
Is be more like me and be less like you
— Linkin Park
Ich hab mich aus diesem Umfeld befreien können. With a little help from my friends (M, 4ever sovü danke) Hab jetzt eine tolle Familie. Hab Menschen in meinem Umfeld, die mir den Raum halten, statt mich klein zu machen. Hab lernen dürfen, wie es sich anfühlt, den eigenen Körper und die eigene Kraft zurückzuerobern. Und da spielt(e) auch meine Leidenschaft zum Tanzen einen wichtiger Part.
Ich glaub‘, er hat das jetzt verstanden, es geht ihr ums Tanzen, ja
Und wenn sie tanzt, ja, dann sprich sie nicht an
— BIBIZA
Tanz ist nicht nur Präsenz. Er ist Fühlen und Insichgehen. Es ist ein tiefes Erleben von Körper und Emotion. Wenn wir tanzen, lassen wir uns fallen – – in den Rhythmus, in die Musik, in das, was gerade in uns lebt.
Da ist keine Notwendigkeit, zu erklären oder zu verstehen. Vielmehr ist es Gelegenheit, sich selbst wieder zu spüren: die Wut, die Verletzlichkeit, die Freude, die Freiheit. Tanz wird zum sicheren Hafen, zum Ausdruck von allem, was Worte oft nicht fassen können. In diesen Momenten entsteht eine Verbindung zu uns selbst, die heilsam und kraftvoll zugleich ist.
Oafoch Tanzn ist dort, wo wir uns mit kraftvollen Stimmen umgeben, uns in Posen stärken und unsere Weiblichkeit feiern – – nicht für den „male gaze“, sondern für uns. Ein Safe Space, in dem du frei sein darfst.
It took a while to get me here, and I’m gonna take my time
— Eve & Gwen Stefani
Meine Geschichte prägt mein Angebot. Ich möchte Menschen ermutigen, den eigenen Körper als sicheren Raum zurückzuerobern, Grenzen zu ziehen und sich selbst die Macht zurückzugeben. Tanz ist für mich ein Akt der Rebellion gegen die Verletzung und ein Schritt hin zu Heilung und Selbstermächtigung.
Lettin‘ ‚em know we’re gonna stand our ground
Lift your hands high and wave ‚em proud
Take a deep breath and say it loud
„Never can, never will, can’t hold us down“
— Christina Aguilera & Lil Kim
Oafoch Tanzn ersetzt keine Therapie, kein Aufarbeiten oder professionelle Hilfe, wenn du selbst von Gewalt betroffen bist. Aber du findest bei mir einen Raum, in dem du dich sicher fühlen darfst, in dem du sichtbar oder unsichtbar sein kannst und in dem du spürst, dass wir gemeinsam da sind.

